Briefkastennorm verständlich erklärt
DIN EN 13724: Anforderungen an Briefkästen
Die DIN EN 13724 beschreibt Anforderungen und Prüfverfahren für Einwurföffnungen von Hausbriefkästen und Briefeinwürfen. Im Mittelpunkt stehen ungeknickte C4-Sendungen, geeignete Einwurfmaße, Schutz vor Witterung und unbefugter Entnahme sowie eine sichere, ergonomische Bedienung.
Kurz beantwortet
Was bedeutet DIN EN 13724 bei einem Briefkasten?
Ein Briefkasten nach DIN EN 13724 soll typische Briefpost zuverlässig aufnehmen, schützen und ohne Beschädigung wieder freigeben. Dafür betrachtet die Norm nicht nur die Breite des Einwurfschlitzes. Sie bezieht auch Prüfsendungen, Öffnungsarten, Ergonomie, Verletzungsschutz, Vertraulichkeit, Korrosionsbeständigkeit, Wasserpenetration, Entnahmeschutz, Schlösser und Montageinformationen ein.
Die Norm richtet sich an Hersteller, Planer und Fachleute. Für die Produktauswahl ist vor allem wichtig, dass Einwurföffnung, Innenraum, Entnahmetür und Einbauposition als Gesamtsystem funktionieren.
Stand Juli 2026
Welche Briefkastennorm gilt aktuell?
DIN Media führt die DIN EN 13724:2013-07 weiterhin als aktuelle Ausgabe. Ergänzend gilt die DIN EN 13724 Berichtigung 1:2016-08. Die Fassung von 2013 ersetzte DIN EN 13724:2003-05; die frühere deutsche DIN 32617 gehört damit nicht mehr zum aktuellen Normstand.
Gegenüber der Vorgängerausgabe wurden unter anderem eine dritte Einwurfgröße, zusätzliche Prüfsendungen, eine Sicherheitsstufe 0, Anforderungen an die Einbauhöhe von Schlössern und ein erweiterter Schutz bei Einwurföffnungen in Türen und Türseitenteilen aufgenommen.
Ist die Norm automatisch Gesetz?
Nein. DIN-Normen sind grundsätzlich freiwillige technische Regeln. Verbindlich können sie werden, wenn Gesetze oder Verordnungen auf sie verweisen oder wenn sie in Verträgen, Leistungsverzeichnissen und Ausschreibungen vereinbart werden.
Auch ohne ausdrückliche Vereinbarung können Normen bei der Beurteilung der anerkannten Regeln der Technik und möglicher Mängel eine wichtige Rolle spielen.
Wichtig: Dieser Ratgeber fasst praxisrelevante Punkte verständlich zusammen. Für Ausschreibungen, Konformitätserklärungen oder technische Nachweise ist der vollständige, aktuelle Normtext einschließlich Berichtigung maßgeblich.
Klassifizierung
Welche vier Arten von Einwurföffnungen unterscheidet die Norm?
Außenbriefkasten
Einwurföffnungen von Hausbriefkästen für den Außenbereich, beispielsweise bei Wandbriefkästen, freistehenden Anlagen und Briefkastensäulen.
Innenbriefkasten
Einwurföffnungen von Hausbriefkästen, die ausschließlich in geschützten Innenbereichen eingesetzt werden.
Durchwurfbriefkasten
Einwurf auf der Zustellseite und Entnahme auf der gegenüberliegenden Seite, etwa bei Mauerdurchwurf- oder Zaunlösungen.
Briefeinwurf
Einwurföffnungen beziehungsweise Briefplatten in Türen oder Türseitenteilen. Hier gelten besondere Anforderungen gegen einen möglichen Zugriff durch die Öffnung.
Einwurfschlitz und Prüfsendungen
Welche Maße fordert DIN EN 13724 für den Einwurf?
Die Norm kennt drei Einwurfgrößen. Deshalb ist die verkürzte Aussage „ein DIN-Briefkasten braucht mindestens 230 mm Schlitzbreite“ nicht präzise genug. Entscheidend sind die vorgesehene Einwurfgröße, der Öffnungstyp und die dazugehörige Prüfung.
| Einwurfgröße | Lichte Breite | Lichte Höhe | Praxisbedeutung |
|---|---|---|---|
| Größe 1 | 325–400 mm | 30–35 mm | Breite Öffnung für den Einwurf einer C4-Sendung über die lange Kante |
| Größe 2 | 230–280 mm | 30–35 mm | Schmalere Öffnung für eine andere Einwurforientierung der Prüfsendung |
| Größe 3 | 325–400 mm | 35–45 mm | Größere Einwurfhöhe für dickere Prüfsendungen; nicht für Öffnungstyp 4 |
Warum ist das Format C4 entscheidend?
Ein C4-Umschlag misst 229 × 324 mm und nimmt ungefaltete A4-Unterlagen auf. Die flexible Prüfsendung der Norm ist 24 mm dick. Sie muss durch die Öffnung passen und aus einem Hausbriefkasten wieder entnommen werden können, ohne gefaltet oder beschädigt zu werden.
Für Einwurfgröße 3 werden zusätzlich feste Prüfkörper berücksichtigt, darunter eine Prüfsendung mit 229 × 324 × 34,5 mm. Ein höherer Einwurfschlitz kann daher für dickere Sendungen sinnvoll sein.
Die lichte Öffnung allein genügt nicht. Auch Klappenmechanik, Entnahmesicherung, Kastentiefe, nutzbares Volumen und Entnahmeöffnung dürfen die Sendung nicht blockieren.
- Breite und Höhe der freien Öffnung prüfen
- Klappenweg und Dämpfung berücksichtigen
- Innenliegende Bauteile einrechnen
- Entnahme ohne Knicken ermöglichen
Mehr als Mindestmaße
Welche weiteren Anforderungen stellt die Briefkastennorm?
Korrosion und Wasser
Die Korrosionsbeständigkeit der Einwurfkomponenten wird nach EN 1670 eingestuft. Außen-, Durchwurf- und Türöffnungen müssen dafür geeignete Korrosionsklassen erreichen. Zudem darf zugestellte Briefpost bei geschlossenen Öffnungen durch die definierte Wasserprüfung nicht beeinträchtigt werden.
Entnahmesicherheit
Konstruktion, Abstand zwischen Einwurf und Poststapel sowie gegebenenfalls eine Entnahmesicherung sollen den Zugriff von außen erschweren. Die Norm unterscheidet die Sicherheitsstufen 0, 1 und 2 und enthält Prüfungen für Gehäuse und Schloss.
Sicherheit und Ergonomie
Erreichbare Bauteile dürfen keine scharfen Kanten aufweisen. Die Einwurfklappe muss selbstständig schließen; die zum vollständigen Öffnen erforderliche Kraft darf nach der Norm höchstens 8 N betragen.
Vertraulichkeit
Hausbriefkästen sollen ohne einsehbares Sichtfenster ausgeführt werden. Wird ein Fenster vorgesehen, muss es blickhemmend beziehungsweise transluzent sein, damit Sendungsinhalte nicht offen erkennbar sind.
Montageanleitung
Zum Produkt müssen passende Befestigungs- und Montageinformationen bereitgestellt werden. Die normgerechte Funktion setzt voraus, dass der Briefkasten entsprechend den Herstellerangaben montiert wird.
Material und Standort
Edelstahl, verzinkter Stahl und hochwertige Pulverbeschichtungen unterstützen eine langlebige Ausführung. Materialqualität ersetzt jedoch keinen geeigneten Standort: Schlagregen, Spritzwasser und fehlende Überdachung sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.
Ergonomische Montage
In welcher Höhe sollte ein Briefkasten montiert werden?
Einwurföffnung: 700 bis 1.700 mm als Orientierung
Die oft genannte Einwurfhöhe von 700 bis 1.700 mm stammt aus dem informativen Anhang B der DIN EN 13724. Sie dient als ergonomischer Planungskorridor für Länder ohne abweichende nationale Vorgaben. Es handelt sich nicht um eine pauschale gesetzliche Montagepflicht für jeden Briefkasten in Deutschland.
Bei Anlagen mit mehreren Kästen sollte die Anordnung so gewählt werden, dass Zusteller und Nutzer die Einwurfklappen sicher erreichen können. Sehr niedrige oder sehr hohe Fächer sind insbesondere bei großen Rastern früh zu prüfen.
Schlossachse: gesonderte Vorgabe
Bei einzelnen Hausbriefkästen der Typen 1 bis 3 muss die Schlossachse zwischen 900 und 1.300 mm liegen. Bei Gruppenanlagen sollten mindestens 30 % der Schlösserachsen innerhalb dieses Bereichs angeordnet sein.
Barrierefreie Planung geht über diese Werte hinaus. Je nach Gebäudeart sind unter anderem Bauordnungsrecht, DIN 18040, Bewegungsflächen, seitliche Anfahrbarkeit, Bedienkräfte und projektspezifische Anforderungen separat zu berücksichtigen.
Nicht verwechseln: Einwurfhöhe, Schlossachse, Klingeltaster, Display, Sprechanlage und Paketfach sind unterschiedliche Bedienelemente. Bei kombinierten Anlagen müssen ihre Höhen gemeinsam geplant werden.
Anwendung im Gebäude
DIN EN 13724 bei Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus und Gewerbe
Einfamilienhaus
Entscheidend sind ein C4-tauglicher Einwurf, ausreichendes Volumen und ein geschützter, gut erreichbarer Standort. Je nach Architektur kommen Wandbriefkästen, Unterputzmodelle, freistehende Säulen oder Durchwurflösungen infrage.
Mehrfamilienhaus
Neben den Einzelkästen zählen Raster, Bedienhöhen, Beschriftung, Schließung und Wartungszugang. Eine zentral geplante Briefkastenanlage erleichtert eine einheitliche Ausführung und klare Zuordnung.
Gewerbe und Objektbau
Hier kommen Ausschreibung, Nutzergruppen, Postmengen, Zutrittskontrolle, Brandschutz, Barrierefreiheit und gegebenenfalls Türkommunikation hinzu. Normbezug und gewünschte Sicherheitsstufe sollten eindeutig im Leistungsverzeichnis stehen.
- Öffnungstyp und Einwurfgröße festlegen
- Postmenge und erforderliches Volumen bestimmen
- Einwurf- und Entnahmeseite berücksichtigen
- Montagehöhe und Bewegungsflächen prüfen
- Schlagregen und Spritzwasser bewerten
- Klingel, Sprechanlage und Zutritt einplanen
Welche Montageart passt?
Unterputzbriefkästen integrieren sich flächenbündig in die Fassade. Mauerdurchwurfbriefkästen trennen Einwurf und Entnahme räumlich. Freistehende Briefkästen mit Pfosten eignen sich, wenn die Zustellstelle näher an Grundstücksgrenze oder Zufahrt liegen soll.
Die Montageart verändert nicht die Grundanforderungen an Einwurf, Schutz und Bedienbarkeit, beeinflusst aber Gehäuse, Verkleidung, Fundament, Regenschutz und Leitungsführung.
Postempfang 2026
Reicht ein Briefkasten nach DIN EN 13724 für Waren und Pakete?
Die DIN EN 13724 ist auf Briefpost und definierte Prüfsendungen ausgerichtet. Sie macht einen Hausbriefkasten nicht automatisch zum Paketbriefkasten. Dickere Warenpost, Versandtaschen und Pakete können die Einwurföffnung oder das nutzbare Volumen überschreiten.
Ergänzend existiert die DIN CEN/TS 17523:2021-01 als Vornorm für Verpackungen kleiner und leichter, briefkastenfähiger Waren. Sie betrachtet die Verpackungsseite und ersetzt nicht die Anforderungen der DIN EN 13724 an den Briefkasten.
Typische Planungsfehler
Woran scheitert eine gute Briefkastenplanung häufig?
Nur die Schlitzbreite betrachten
Ein C4-Umschlag kann trotz breiter Öffnung an Klappe, Entnahmesicherung oder zu kleinem Innenraum hängen bleiben.
Montagehöhe zu spät prüfen
Große Anlagen lassen sich nicht beliebig stapeln. Einwurf, Schloss, Klingel und Türkommunikation benötigen jeweils erreichbare Positionen.
Witterung unterschätzen
Auch korrosionsbeständige Materialien benötigen einen fachgerechten Einbau. Offene Klappen, Schlagregen und Spritzwasser beeinflussen den Postschutz.
„DIN“ pauschal zusichern
Eine Normkonformität bezieht sich auf definierte Eigenschaften und Prüfungen. Produkt, Montage und Einbausituation müssen gemeinsam bewertet werden.
Postmenge zu klein ansetzen
Kataloge, Zeitschriften und mehrtägige Abwesenheit erhöhen das notwendige Volumen deutlich. Eine reine Mindestlösung kann im Alltag schnell überfüllt sein.
Paketempfang vermischen
Ein normorientierter Briefkasten ist nicht automatisch eine sichere Paketbox. Für Pakete sind Volumen, Verriegelung und Zustellprozess separat festzulegen.
Auswahl nach Montageart
Passende Briefkastenlösungen für die normorientierte Planung
Die konkrete Eignung hängt von Ausführung, Einwurfgröße, Montage und Projektanforderungen ab. Die folgenden Beispiele zeigen unterschiedliche Lösungen für Wand, Fassade, Grundstück und technisch integrierten Eingangsbereich.
BRENTANO Wandbriefkasten
Aufputzlösung für Einfamilienhäuser mit klarer Formensprache und langlebiger Pulverbeschichtung.
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GOETHE Unterputzbriefkasten
Flächenbündige Fassadenlösung aus geschliffenem Edelstahl V2A für hochwertige Eingangsbereiche.
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BASIC Briefkastenanlage
Freistehende Anlage für zwei Parteien mit Pfosten und klar gegliederten Einwurf- und Entnahmefächern.
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STORM mit DoorBird
Aufputzbriefkasten mit integrierter IP-Video-Türsprechanlage für einen technisch abgestimmten Eingang.
Produkt ansehen →Häufige Fragen
FAQ zur DIN EN 13724 und zur Briefkastenplanung
Welche DIN gilt aktuell für Hausbriefkästen?
Aktuell ist die DIN EN 13724:2013-07 zusammen mit DIN EN 13724 Berichtigung 1:2016-08 maßgeblich. DIN Media führt beide Dokumente weiterhin als aktuell.
Welche Maße muss ein Einwurfschlitz haben?
Die Norm unterscheidet drei Einwurfgrößen: 325–400 × 30–35 mm, 230–280 × 30–35 mm sowie 325–400 × 35–45 mm. Die passende Größe hängt von Öffnungstyp, Einwurforientierung und Prüfung ab.
Muss ein C4-Umschlag ungeknickt in den Briefkasten passen?
Ja. Die definierte flexible C4-Prüfsendung mit 229 × 324 × 24 mm muss ohne Falten oder Beschädigung eingeworfen und aus Hausbriefkästen wieder entnommen werden können.
Ist eine Einwurfbreite von 230 mm immer normgerecht?
Nein. 230–280 mm gehört zu einer bestimmten Einwurfgröße und Einwurforientierung. Bei einem Einwurf über die lange Kante der C4-Sendung wird eine lichte Breite von mindestens 325 mm benötigt.
Welche Montagehöhe gilt für Briefkästen?
Der häufig genannte Bereich von 700 bis 1.700 mm ist eine ergonomische Orientierung aus dem informativen Anhang B. Die Schlossachse einzelner Hausbriefkästen der Typen 1 bis 3 muss zwischen 900 und 1.300 mm liegen. Nationale und projektspezifische Vorgaben sind zusätzlich zu prüfen.
Ist DIN EN 13724 gesetzlich verpflichtend?
DIN-Normen sind grundsätzlich freiwillig. Verbindlich können sie durch Gesetze, Verordnungen, Verträge oder Ausschreibungen werden. Auch bei der Beurteilung anerkannter Regeln der Technik können sie relevant sein.
Regelt die Norm auch Regenschutz und Entnahmesicherheit?
Ja. Die Norm enthält Anforderungen und Prüfungen zu Korrosion, Wasserpenetration, Gehäuse, Schloss und Schutz vor unbefugter Entnahme. Die korrekte Montage nach Herstellerangaben ist Teil der Bewertung.
Ist ein DIN-konformer Briefkasten automatisch barrierefrei?
Nein. DIN EN 13724 berücksichtigt Ergonomie, ersetzt aber keine vollständige barrierefreie Planung. Je nach Gebäude sind unter anderem Bauordnungsrecht, DIN 18040, Bewegungsflächen und weitere Bedienelemente separat zu betrachten.
Gilt DIN EN 13724 auch für Paketbriefkästen?
Die Norm behandelt Einwurföffnungen für Briefpost und definierte Prüfsendungen. Ein Paketfach benötigt zusätzliche Festlegungen zu Abmessungen, Zustellprozess, Verriegelung und Rückholschutz.
Was muss bei einer Briefkastenanlage für mehrere Parteien beachtet werden?
Neben passenden Einwurf- und Kastenmaßen sind Raster, Schloss- und Einwurfhöhen, eindeutige Beschriftung, Witterungsschutz, Wartungszugang und gegebenenfalls Klingel- oder Sprechanlagen gemeinsam zu planen.
Normorientiert und objektspezifisch
Briefkastenanlage passend zum Gebäude planen
Wählen Sie Montageart, Briefkastenformat, RAL-Farbe und gewünschte Funktionen passend zu Fassade, Nutzerzahl und realem Postaufkommen. Für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeobjekte und Sonderanfertigungen unterstützen wir Sie bei der technischen Abstimmung.
Technischer Informationsstand: 28. Juli 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfung des vollständigen Normtexts und keine projektbezogene Fachplanung.
