ORDO Steckdosensäulen richtig planen: Größen, Module und VDE-Kontext
Eine Steckdosensäule im Außenbereich muss zum Einsatzort, zum Leistungsbedarf und zur Elektroinstallation passen. Dieser Ratgeber zeigt, welche ORDO Ausführung sich für Garten, Wohnanlage, Gewerbe oder Campingplatz eignet und worauf bei Planung und Montage zu achten ist.
Welche ORDO Steckdosensäule passt zum Projekt?
Die Angabe „3-fach“, „6-fach“ oder „12-fach“ bezeichnet die Anzahl der verfügbaren Modulplätze. Sie entspricht nicht automatisch der Anzahl der Steckdosen. Ein Modulplatz kann zum Beispiel mit einer Schuko- oder CEE-Steckdose, einem LED-Panel, einem Bewegungsmelder, einer Datendose, einer USB-Lademöglichkeit, einer Vorbereitung für einen Wasserhahn oder einem Blindmodul belegt werden.
3-fach, 1-spaltig
Die kompakte Lösung für wenige Funktionen auf Terrasse, im Garten oder an einem geschützten Arbeitsbereich. Sinnvoll sind beispielsweise zwei Steckdosen und ein Licht- oder Blindmodul.
6-fach, 2-spaltig
Bietet bei geringer Bauhöhe mehr Modulfläche. Geeignet, wenn mehrere Anschlüsse kompakt nebeneinander benötigt werden, etwa in Gärten, Werkbereichen oder gewerblich genutzten Außenflächen.
6-fach, 1-spaltig
Die schlanke Ausführung mit komfortabler Bedienhöhe. Sie eignet sich besonders für Wege, Wohnanlagen, Stellplätze und Bereiche, in denen verschiedene Anschlüsse übersichtlich untereinander angeordnet werden sollen.
12-fach, 2-spaltig
Die Variante für umfangreiche Konfigurationen in Gewerbeobjekten, öffentlich genutzten Bereichen oder projektierten Stellplatzanlagen. Zusätzliche Modulplätze lassen sich auch für Beleuchtung, Datenanschlüsse oder Blindmodule nutzen.
| Einsatzbereich | Praxisnahe Auswahl | Mögliche Module | Besonders beachten |
|---|---|---|---|
| Garten und Terrasse | 411 mm mit 3 oder 6 Modulplätzen | Schuko, LED, Bewegungsmelder, USB, Wasserhahn-Vorbereitung | Leistungsbedarf, Bewässerung, Spritzwasser und Leitungsführung |
| Wohnanlage | 811 mm mit 6 oder 12 Modulplätzen | Schuko, Licht, Datenanschluss, Blindmodule | Zugänglichkeit, getrennte Stromkreise und Schutz vor Anfahren |
| Gewerbe und Werkbereich | 811 mm, abhängig von Anschlusszahl und Leistung | Schuko, CEE 230 V, CEE 400 V, Datenanschluss | Gleichzeitigkeit, Anschlussleistung, Absicherung und betriebliche Gefährdungsbeurteilung |
| Camping- oder Wohnmobilstellplatz | In der Regel 811 mm, projektspezifisch geplant | CEE-Steckdosen und gegebenenfalls ergänzende Funktionsmodule | DIN VDE 0100-708, maximale Steckdosenzahl, Bedienhöhe und Einzelabsicherung |
| Marina oder Steganlage | Nur nach Prüfung der Standortbedingungen | Projektbezogene CEE-Konfiguration | DIN VDE 0100-709, erhöhte Korrosions- und Feuchtebelastung |
VDE-Kontext und Sonderfall Campingplatz
Für eine Steckdosensäule gibt es keine pauschale, für jeden Einsatzort gültige Höchstzahl an Steckdosen. Maßgeblich sind unter anderem Nutzungsart, Anschlussleistung, Leitungsquerschnitt, Schutzkonzept und die am Installationsort geltenden Vorschriften. In Deutschland bildet die Normenreihe DIN VDE 0100 eine zentrale Grundlage für das Errichten von Niederspannungsanlagen. Die konkrete Planung und der elektrische Anschluss gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.
Wichtig für Camping- und Caravanstellplätze
Für Stromkreise zur Versorgung von Freizeitfahrzeugen, Zelten oder Parkwohnheimen gelten besondere Anforderungen nach DIN VDE 0100-708. In einem Verteiler beziehungsweise Gehäuse dürfen höchstens vier Steckdosen zusammengefasst werden. Für Stellplätze sind CEE- Steckvorrichtungen vorgesehen; Schuko-Steckdosen sind für die Versorgung der Stellplätze nicht zulässig. Jede Steckdose benötigt eine eigene Überstromschutzeinrichtung und eine eigene vorgeschaltete Fehlerstrom-Schutzeinrichtung mit einem Bemessungsdifferenzstrom von höchstens 30 mA. Die Steckdosen müssen mindestens IP44 erfüllen.
Die Unterkante der Steckdose soll zwischen 0,5 m und 1,5 m über der Erdgleiche liegen. Deshalb ist für Campingplätze in der Regel die 811 mm hohe ORDO Ausführung die passende Planungsbasis. Die 411 mm hohe Ausführung erreicht die erforderliche Mindesthöhe üblicherweise nicht. Die endgültige Eignung hängt immer von Modulposition, Fundament und Gesamtplanung ab.
Eine ORDO Säule mit sechs oder zwölf Modulplätzen ist nicht automatisch ausgeschlossen: Entscheidend ist die Zahl der tatsächlich eingebauten Steckdosen. Werden höchstens vier Steckdosen eingesetzt, können freie Plätze beispielsweise mit Blind-, Licht- oder anderen Funktionsmodulen belegt werden, sofern die Elektrofachplanung dies vorsieht.
Planungscheck vor der Bestellung
- Einsatzort und Nutzerkreis eindeutig festlegen
- Benötigte Anschlüsse und gleichzeitige Lasten erfassen
- Schuko, CEE 230 V und CEE 400 V bedarfsgerecht auswählen
- Schutzorgane und Stromkreise durch eine Elektrofachkraft auslegen lassen
- Montageort vor Fahrzeugkontakt und herabfallenden Gegenständen schützen
- Geh- und Fluchtwege freihalten
- Zuleitung von unten im Leerrohr vor dem Betonieren vorsehen
- Nationale Vorschriften des Installationslandes berücksichtigen
Fundament und Montage
Die ORDO Steckdosensäule wird auf einem massiven, stabilen und vollständig ebenen Fundament verschraubt. Laut Betriebsanleitung ist ein Betonfundament aus C25/30 XF1 XC2 mit einer Tiefe von mindestens 400 mm vorzusehen; die örtliche Frostgrenze kann eine größere Tiefe erfordern. Länge und Breite des Fundaments ergeben sich jeweils aus dem Anlagenmaß zuzüglich 200 mm. Die elektrische Zuleitung wird von unten durch ein Leerrohr geführt. Kleben, Schweißen oder vergleichbare, nicht lösbare Montagearten sind nicht zulässig, da der spätere Ausbau möglich bleiben muss.
Hinweis: DIN-VDE-Bestimmungen beziehen sich auf die Elektroinstallation in Deutschland. Bei Projekten außerhalb Deutschlands gelten die nationalen Installationsvorschriften und die am Standort anwendbaren Normen. Dieser Ratgeber bietet eine Orientierung und ersetzt weder die Projektierung noch die Prüfung und Inbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft.
FAQ zu ORDO Steckdosensäulen
Wie viele Steckdosen dürfen in einer ORDO Säule eingebaut werden?
Für Garten, Wohnanlage oder Gewerbe gibt es keine allgemeine Zahl, die unabhängig von Anschlussleistung und Schutzkonzept gilt. Die Elektrofachkraft legt die zulässige Konfiguration fest. Auf Camping- und Caravanstellplätzen dürfen nach DIN VDE 0100-708 höchstens vier Steckdosen in einem Gehäuse zusammengefasst werden.
Ist ein Modulplatz immer eine Steckdose?
Nein. Die Modulzahl beschreibt die verfügbaren Einbaupositionen. Auch ein LED-Panel, Bewegungsmelder, Datenanschluss, Blindmodul oder eine andere Vorbereitung belegt einen Modulplatz. Eine 12-fache ORDO muss daher nicht zwölf Steckdosen enthalten.
Welche ORDO Höhe eignet sich für einen Campingplatz?
In der Regel ist die 811 mm hohe Ausführung erforderlich, weil die Unterkante der Steckdose zwischen 0,5 m und 1,5 m über der Erdgleiche liegen soll. Die tatsächliche Einbauhöhe muss anhand der gewählten Modulposition und der Montage vor Ort geprüft werden.
Dürfen Schuko-Steckdosen auf Campingplätzen verwendet werden?
Nicht zur Versorgung der einzelnen Stellplätze. Hier sind normgerecht geplante CEE- Steckvorrichtungen erforderlich. Ob eine zusätzliche Schuko-Steckdose für einen anderen, klar getrennten Zweck vorgesehen werden kann, muss die verantwortliche Elektrofachkraft anhand des Nutzungskonzepts bewerten.
Kann ein gemeinsamer FI mehrere Camping-Steckdosen schützen?
Für Stellplatzsteckdosen ist je Steckdose eine eigene vorgeschaltete Fehlerstrom- Schutzeinrichtung mit höchstens 30 mA sowie eine eigene Überstromschutzeinrichtung vorzusehen. Die konkrete Auswahl und Auslegung erfolgt durch die Elektrofachkraft.
Kann eine ORDO Säule als Ladepunkt für Elektrofahrzeuge dienen?
Ein Typ-2-Steckdosenmodul allein bildet noch keine vollständige Ladeeinrichtung. Für einen Ladepunkt werden unter anderem Ladesteuerung, geeignete Schutzorgane, Anschlussleistung und die Anforderungen der DIN VDE 0100-722 berücksichtigt. Die komplette Ladeeinrichtung muss fachgerecht geplant, aufgebaut und geprüft werden.
Können Strom und Wasser in einer Säule kombiniert werden?
Eine projektbezogene Kombination ist grundsätzlich planbar. Medienführung, Trennung, Abdichtung, Frostschutz und Wartungszugang müssen jedoch von den beteiligten Fachkräften abgestimmt werden. Die Vorbereitung für einen Wasserhahn ersetzt nicht die fachgerechte Sanitärinstallation.
Wer darf die Steckdosensäule anschließen?
Installation, elektrischer Anschluss, Prüfung und Inbetriebnahme dürfen nur durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte erfolgen. Für die fachgerechte Installation ist ein Installationsprotokoll zu erstellen.
Was ist bei der Reinigung zu beachten?
Die Säule darf nicht mit einem Hochdruckreiniger oder einem vergleichbaren Gerät gereinigt werden. Für pulverbeschichtete Oberflächen genügen Wasser, ein milder Reiniger und ein weicher Schwamm. Aggressive oder scheuernde Reinigungsmittel sind zu vermeiden.
Gilt die VDE auch bei einer Lieferung ins europäische Ausland?
DIN-VDE-Bestimmungen konkretisieren die Anforderungen für Elektroinstallationen in Deutschland. Bei einer Montage im Ausland sind die dort geltenden Gesetze, Netzanschlussbedingungen und nationalen Installationsnormen maßgeblich. Die Prüfung muss durch eine am Installationsort qualifizierte Fachkraft erfolgen.
